1. Marion
  2. Anwaltshaftung
  3. Donnerstag, 29. Dezember 2016
Hallo,
wir haben einen Prozess gewonnen und doch alles verloren.
Der Kläger hat sich einen Mahnbescheid an die eigene Adresse (unsere ehemalige Firmenanschrift) schicken lassen und diesen unterschlagen. Da kein Widerspruch eingelegt wurde resultierte hieraus dann ein Vollstreckungsbescheid. Von diesem erfuhren wir erst durch einen Besuch des Gerichtsvollziehers an unserer Privatadresse. Es waren bereits 2 Fahrzeuge und ein Scheck aus unserem Besitz gepfändet worden und der GV teilte uns mit, dass wir eine Verwertung dieser Sachen nur durch Zahlung von ca. 10.000 Euro abwenden könnten.
Nach Recherche im Internet wandten wir uns an einen RA vor Ort, damit er für uns in dieser Sache tätig wird. Mitte Dezember wandte der RA sich an die Mahnabteilung des AG und erhob Einspruch gegen den Mahnbescheid und gleichzeitig gegen den Vollstreckungsbescheid. Einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wurde nicht entsprochen. Somit erfolte Abgabe an das Streitgericht (LG).
Kommentar
Es sind noch keine Kommentare vorhanden
Antworten (3)
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Trotz allem blieb die Angelegenheit mehr als eilig, da der Kläger eine Verwertung gemäß §825 ZPO beantragt hatte und der GV sein Erscheinen in etwas mehr als einer Woche angekündigt hatte. Unser RA wußte dies und hat dazu auch im Schreiben an das Mahngericht Stellung genommen:
"Dem Antragsteller steht der im VB geltend gemachte Anspruch unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt zu. Nach Kenntnis des Antragsgegners befindet sich der Antragsteller derzeit in Privatinsolvenz, so dass selbst im Falle des Obsiegens im streitigen Verfahren zu befürchten ist, das eine Rückforderung durch den Antragsgegner bei dem Antragsteller fruchtlos verlaufen wird.
Die Angelegenheit ist offensichtlich sehr eilig. Es wird daher höflich um rasche Entscheidung und um Vorab-Übermittlung per Telefax gebeten."
Wir haben immer wieder versucht unseren RA in diesem Zeitraum zu erreichen um den Stand der Sache zu erfahren.Doch weder telefonisch noch vor Ort war jemand zu sprechen.
Kommentar
Es sind noch keine Kommentare vorhanden
  1. vor über einem Monat
  2. Anwaltshaftung
  3. # 1 1
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Es kam, wie es kommen musste - die Frist wurde versäumt und die gepfändeten Sachen gingen in den Besitz des Antragsgegners über. Am Tag der Übergabe haben wir beim LG angerufen und haben (mit viel Glück) mit dem zuständigen Richter gesprochen. Dieser hat dann mit dem GV sowie der Insolvenzverwalterin des Antragsstellers gesprochen und eine Woche nach Übergabe die ZV ohne Sicherheitsleistung einstweilen eingestellt, da der VB nicht in gesetzmäßiger Weise ergangen ist, §§ 719/2 ZPO. Über das Vermögen des Klägers war das Insolvenzverfahren eröffnet, sodass er für einen Mahnbescheid nicht antragsbefugt war.

Den Prozess hat nach Niederlegung des Mandats (ca. 6 Monate später) ein anderer RA für uns weitergeführt (Prozessbeginn 1,5 Jahre später) und für uns gewonnen. Leider haben wir die beiden PKWs (Wert ca. 15.000 Euro) wie befürchtet nicht zurückbekommen.

Hat sich unser RA durch das Fristversäumnis regresspflichtig gemacht?

Wir wären für eine Einschätzung Ihrerseits sehr dankbar.

MfG
Kommentar
Es sind noch keine Kommentare vorhanden
  1. vor über einem Monat
  2. Anwaltshaftung
  3. # 1 2
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Sehr geehrte(r) Anonymus(a),

ich denke, dass in Ihrer damaligen Situation äußerste Eilbedürftigkeit gegeben war, um genau solche uneinbringlichen Schäden zu verhindern, die in Zusammenhang mit insolventen Personen oder Gesellschaften entstehen können.

Ihr RA hätte daher meines Erachtens unverzüglich Antrag auf Vollstreckungsschutz stellen müssen.

Ich denke daher, dass sich eine vertiefte Prüfung der Anwaltshaftung lohnen könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Kai Spirgath
Rechtsanwalt
Mit freundlichen Grüßen

Kai Spirgath
Rechtsanwalt
Kommentar
Es sind noch keine Kommentare vorhanden
  1. vor über einem Monat
  2. Anwaltshaftung
  3. # 1 3
  • Seite :
  • 1


Es gibt noch keine Antworten zu diesem Beitrag.
Sei der Erste der antwortet.
Gast
Ihre Antwort
Captcha
Um diese Seite vor unbefugten Zugriffen zu schützen, bitten wir Sie, den Captcha Code einzugeben.

Kontaktinformationen

E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Telefon: 06221 607437

oder benutzen Sie ganz einfach unser Kontaktformular

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok