Forum Anwaltshaftung

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  3. Mittwoch, 25. September 2019
Guten Tag,

ein RA wird gebeten, zwei Schwestern anwaltlich zu beraten und zu unterstützen gegen eine dritte Person. Es geht um eine Erbangelegenheit. Die 1. Schwester bekommt Leistungen nach SGBII, die andere hat Einkommen und eine Rechtsschutzversicherung. Die 1. Schwester legt dem RA gleich zu Beginn entsprechende Anträge zu Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe vor, jedoch meint der RA, dass er die zur ersten Beratung nicht benötigt, da die 2. Schwester ja die Rechtsschutzversicherung hat und er die für dieses Beratungsgespräch nutzen möchte. Dieses Beratungsgespräch würde die Rechtsschutzversicherung noch zahlen, alles Nachfolgende jedoch nicht. Außerdem wäre es zu dem Zeitpunkt zu früh, um die Prozesskostenhilfe zu beantragen, da es noch gar nicht fest stehen würde, dass es überhaupt zu einem Verfahren käme.
Während der ganzen nachfolgenden Angelegenheit werden vom RA die entsprechenden Anträge der 1. Schwester nie wieder erwähnt. Jetzt heißt es plötzlich vom RA, dass die 2. Schwester die Anwaltskosten der 1. Schwester mit trage, da diese seiner Meinung nach diese Kosten für die 1. Schwester "übernehmen wolle". Beide Schwestern wissen davon nichts. Die 1. Schwester hatte den Anwalt zwischendurch wegen Fragen beim Leistungsträger zur Erbangelegenheit immer mal wieder angerufen und Auskunft vom Anwalt erhalten. Auch sollen sich beide Schwestern jetzt darauf einstellen, dass Gerichtskosten und die Kosten des RA der Gegenseite auf sie zukommen sollen.
Die 1. Schwester fragte jetzt nach, warum der RA die Prozesskostenhilfe für sie nicht beantragt hat, da sie von Anfang an dahingehend ehrlich war und sich nichtsan ihrer finanziellen Lage geändert habe. Der RA meint, dass er immer wieder auf die Möglichkeit Prozesskostenhilfe zu beantragen hingewiesen habe, was jedoch nicht stimmt und er zugleich der Meinung sei, die 2. Schwester bezahle eh für beide alle Kosten.
Es gibt dahingehend keinerlei Vetrag oder Vereinbarung. Beider Schwestern waren immer zeitgleich beim Anwalt.
Was sollten beide Schwestern jetzt tun? Bzw. kann der RA überhaupt der 2. Schwester (mit Einkommen) auch die Kosten der 1. Schwester in Rechnung stellen? Sie sind sich gegenseitig zu nichts verpflichtet.

Vielen Dank.
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