Forum Anwaltshaftung

  1. Andreas
  2. Anwaltshaftung
  3. Dienstag, 23. Februar 2021
Ich habe einen Anwalt beauftragt, um Schadensersatz bezüglich eines Immobilienkaufs durchzusetzen. Es handelte sich um 2 Punkte. Für eine davon hatte ich ein privat Gutachten von einem IHK Sachverständiger, für die 2. Sache nur einen Kostenvoranschlag von Handwerker.

Der Anwalt hat in der Klage ein Beweissicherung beauftragt. Der gerichtliche Gutachter hat beide Sachen begutachtet und mir in Rechnung gestellt.
Ich fand es sinnlos, den es hätte nur die eine Sache gereicht, soweit die Gegenseite es akzeptiert.

Sehe ich es richtig?

Danke
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Hallo Andreas,

ich kann aus Ihrer Schilderung leider nicht erkennen, welches genaue Ziel Sie in der Immobiliensache verfolgt haben (z.B.: Mängelbeseitigung/Nachbesserung, Minderung oder Rückabwicklung des Vertrags). Grundsätzlich ist es aber immer wichtig - und entspricht auch dem Gebot des sichersten Wegs - dass der Rechtsanwalt gegenüber dem Gericht sämtliche Ansatzpunkte, aus denen sich die begehrte Rechtsfolge ergeben kann, auflistet und anführt. Wenn der Mandant daher - so wie Sie - zwei Punkte ohne Einschränkung benennt, mit denen das Ziel erreicht werden kann, dann müssen grundsätzlich auch beide Punkte in der Klage oder in dem Beweisverfahren angeführt werden.

Es kann natürlich auch einmal eine Konstellation vorliegen, in der mit dem Mandanten besprochen werden muss, ob es unter Kostengesichtspunkten sinnvoll ist, alle denkbaren Punkte auch tatsächlich einer Begutachtung durch einen Sachverständigen zu unterziehen. Denn vom Grundsatz her sollte der Mandant natürlich immer möglichst wissen oder erkennen können, aus welcher Beauftragung/Antragstellung ihm Kosten entstehen können.

Ob das aber in Ihrem Fall zur Vermeidung einer fehlerhaften anwaltlichen Beratung notwendig gewesen wäre, ist bei den bisherigen Informationen nicht zu erkennen.

Mit freundlichen Grüßen

Kai Spirgath
Rechtsanwalt
Mit freundlichen Grüßen

Kai Spirgath
Rechtsanwalt
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  1. vor über einem Monat
  2. Anwaltshaftung
  3. # 1 1
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Lieber Herr Spirgath,


Danke für Ihre Antwort.

Es ging um Schadensersatz wegen Mängeln.
In der Klage steht wortwörtlich: „Wegen Zahlung“, vorläufiger Streitwert 37.200€“. Bei

Das sinnlose gerichtliche Gutachten, welche mir eher geschadet hat, hat mich 4.660€ gekostet.
Der Gutachter kam auf ein Wert von 21.300€. (Der Streitwert ist allerdings 37.200€ geblieben).

Merkwürdig kam mir vor, dass der gerichtliche Gutachter vor den Anhörung des Zeugen beauftragt war. Er selber war jedoch als Zeuge nicht vorgeladen. Der von mir beauftragter IHK Gutachter wiederum schon.

Hat es mein Anwalt versäumt oder liegt es an Richter?


Danke!
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  1. vor über einem Monat
  2. Anwaltshaftung
  3. # 1 2
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Hallo Andreas,

leider kommt es immer wieder vor, dass nicht alle Schäden bewiesen werden können, oder dass ein Sachverständiger die Kosten der Schadensbeseitigung nicht so hoch einschätzt, wie der Mandant oder der Anwalt das gerne hätte. Es deutet daher noch nichts auf einen Anwaltsfehler hin, wenn € 37.000 eingeklagt werden und der Sachverständige dann nur auf Schäden in Höhe von € 21.000 kommt. Am Streitwert ändert das auch nichts, weil sich er Streitwert an der Klageforderung bemisst.

Ob die Begutachtung jetzt unsinnig und damit anwaltsfehlerhaft war, kann wohl nur im Rahmen einer tieferen Prüfung geklärt werden. Ich gebe aber zu bedenken: Wenn die Gegenseite alle Schäden bestreitet, dann können Sie diese in aller Regel nur mittels eines gerichtlichen Sachverständigengutachtens beweisen. Soweit Sie ein vorgerichtliches Gutachten der IHK hatten, hat dies als sog. "Parteigutachten" nur eine eingeschränkte Beweiskraft.

Ich verstehe daher leider noch nicht, warum die Begutachtung falsch oder nicht notwendig gewesen sein soll. Sie können mich aber gerne einmal unverbindlich anrufen. Vielleicht können wir Ihren Problempunkt am Telefon besser lokalisieren, als im Rahmen dieses Forums ...

Herzl. Grüße
Mit freundlichen Grüßen

Kai Spirgath
Rechtsanwalt
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  1. vor über einem Monat
  2. Anwaltshaftung
  3. # 1 3
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